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MQPL: Soziales Klima im Justizvollzug

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Seit 2017 arbeiten wir gemeinsam mit den Teams von Kirstin Drenkhahn (Freie Universität Berlin) und Ineke Pruin (Universität Bern) sowie Alison Liebling und Deborah Kant (University of Cambridge) an der Übertragung von "Measuring the Quality of Prison Life" auf den deutschsprachigen Jutizvollzug in Deutschland und der Schweiz. Im Sommer 2022 beginnen dazu zwei Drittmittelprojekte. Im DFG- und SNF-geförderten Projekt "Worauf es im Gefängnis ankommt: Anstaltsklima und Resozialisierung im internationalen Vergleich" wollen wir mit der MQPL+-Methode drei Anstalten in Deutschland und der Schweiz untersuchen. Im Modellversuch "Soziales Klima im Justizvollzug" (finanziert vom Schweizer Bundesamt für Justiz) erheben wir in zwei weiteren Schweizer Anstalten Daten. 

Die internationale Vollzugsforschung erachtet das Gefängnisklima zunehmend als einen wichtigen, wenn nicht gar als den zentralen Parameter für das Vollzugsgeschehen. Ein positives soziales Klima erhöht erwiesenermaßen die Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Behandlungsmaßnahmen, es reduziert Gewalt und Rückfallrisiken und trägt allgemein zum Wohlbefinden unter Inhaftierten und Bediensteten bei. In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist diese Forschung durch Alison Liebling und das Prisons Research Centre der Universität Cambridge maßgeblich geprägt und weiterentwickelt worden. In ihren Arbeiten werden die folgenden Dimensionen des Anstaltsklimas erfasst: Respekt, Menschlichkeit, Beziehungen zwischen Gefangenen und Bediensteten, Vertrauen, Unterstützung, Fairness, Ordnung, Sicherheit, Wohlbefinden, persönliche Entwicklung, Familienkontakte, Anständigkeit, Macht und das Sozialleben der Gefangenen. Hierfür hat sie unter dem Namen “Measuring the Quality of Prison Life“ (MQPL) ein umfassendes methodisches Instrumentarium entwickelt, das neben der fragebogengestützten Befragung von Gefangenen und Bediensteten verschiedener Hierarchieebenen auf Interviews, Gruppendiskussionen sowie teilnehmende Beobachtungen setzt.

Unser Team hat gemeinsam mit den Teams von Kirstin Drenkhahn und Ineke Pruin in den vergangenen Jahren die Fragebögen für die Gefangenen und Bediensteten und mit Unterstützung aus Cambridge ins Deutsche übersetzt und das methodische Programm in einem Pretest erfolgreich erprobt. Mit dem auf drei Jahre angelegten DFG/SNF-Forschungsprojekt verfolgen wir das Ziel, die Forschung zum Gefängnisklima in Deutschland und in der Schweiz zu etablieren. Hierbei arbeiten wir eng mit Alison Liebling zusammen. Die Forschung wird in zwei Anstalten in Deutschland und einer Anstalt in der Schweiz stattfinden und wertvolle Aussagen über die Leistungsfähigkeit der Anstalten in Bezug auf die verschiedenen Dimensionen des Anstaltsklimas ermöglichen. Damit wird den Anstaltsverantwortlichen in den beteiligten Anstalten konkret die Möglichkeit gegeben, mehr über ihre Anstalt zu erfahren, ggf. Korrekturen vorzunehmen und Verbesserungen zum Wohle der Gefangenen und Bediensteten einzuleiten. Aus wissenschaftlicher Sicht ist neben einer Fortentwicklung der Instrumente der Vollzugsforschung auch eine Antwort auf die Frage zu erwarten, ob und inwieweit das Konzept der Anstaltsklimaforschung über Sprach- und Ländergrenzen hinweg auf Staaten mit unterschiedlicher Gesetzgebung und Vollzugstradition übertragbar ist. Auf diese Weise wird das Projekt auch einen bedeutenden Beitrag zum wachsenden Forschungsgebiet der vergleichenden Strafvollzugsforschung leisten.

Im Modellversuch in der Schweiz unter der Leitung von Ineke Pruin werden zu jeweils zwei Zeitpunkten mit der MQPL+-Methode Daten in der Frauenanstalt Hindelbank sowie in der Anstalt für Maßnahmenvollzug St. Johannsen erhoben. Wir wollen damit probieren, die Methode als Instrument der Qualitätssicherung zu etablieren.

Das Team besteht aus:

Veröffentlichungen

Vorträge

Kölner Projektteam

Finanzierung

Ansprechpartner

Laufende Projekte

MQPL: Soziales Klima im Justizvollzug

Im DFG- und SNF-geförderten Projekt "Worauf es im Gefängnis ankommt: Anstaltsklima und Resozialisierung im internationalen Vergleich" untersuchen wir mit der MQPL+-Methode drei Anstalten in Deutschland und der Schweiz.

Judging Terror

This research project engages with terrorism trials in Germany involving far-right and jihadist ideologies. We ask how the negotiation of ‘terrorism’ in the interactions and performances of engaged actors in the courtroom (micro level) interconnects with the (re)production of judicial knowledge of terrorism in the courtroom (meso level) and public knowledge on it in the media (macro level). Our object is to understand how micro-, meso- and macro-level social dynamics converge in trial proceedings to co-construct and co-produce ‘terrorism’, so that courtrooms function as social spaces where identity is negotiated and knowledge produced.

Gewalt und Suizid unter weiblichen und männlichen Jugendstrafgefangenen

Ziel des Projekts ist die Erforschung des Entstehungsprozesses von Gewalt und Suizid im Kontext des Jugendstrafvollzugs. Das zugrunde liegende Arbeitsmodell basiert auf einer Synthese verschiedener Theorien (u.a. Importations- und Deprivationstheorie). Dabei ist die Annahme leitend, dass ein Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren im Prozess der Anpassung des Gefangenen an das Gefängnis zur Entstehung von Gewalt bzw. Suizid führt.