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Ersatzfreiheitsstrafen bei schwer erreichbaren Personen vermeiden (EFS-SEP)

Die Vermeidung von Ersatzfreiheitsstrafen (EFS) ist ein Thema, das die Justiz bundesweit beschäftigt. In den Gefängnissen befinden sich rund 10% der Gefangenen, weil sie eine Geldstrafe nicht bezahlt haben. Jährlich sind das rund 56.000 Menschen. Das Land Berlin möchte herausfinden, warum so viele Menschen eine EFS antreten – obwohl dort viel getan wird, um die Haft durch das Ableisten gemeinnütziger Arbeit zu vermeiden. Gemeinsam mit dem Kriminologischen Dienst und den Sozialen Diensten der Justiz bringen wir in diesem Projekt mehr über den Personenkreis, der nicht durch Vermeidungsmaßnahmen erreicht wird, in Erfahrung. Aus der Forschung ist bekannt, dass sich die Menschen häufig in desolaten Lebenssituationen befinden, keinen festen Wohnsitz haben und häufig sozial marginalisiert sind.

Das Forschungsprojekt will verstehen, warum Angebote der gemeinnützigen Arbeit (GA) häufig nicht genutzt werden. Dazu untersuchen wir u.a., wie viele Personen in EFS kamen, die durch die Vermittlungsstellen nicht erreicht wurden, nicht erfolgreich die GA abgeleistet haben oder andere Maßnahmen zur Vermeidung der EFS nutzten. Weiterhin interessieren uns die Arbeitsprozesse im Rahmen der GA in Berlin genauso wie statistische Daten zu Erledigungen. Letztlich versuchen wir der Antwort auf die Frage, ob die GA ein tatsächlich wirksames Instrument zur Vermeidung von EFS darstellt, näherzukommen.

Laufzeit: Dezember 2023-März 2026

Veröffentlichung

Vorträge

  • Ersatzfreiheitsstrafenvermeidung in Berlin - Abschlusspräsentation des Projekts EFS-SEP, Vortrag in den Räumen der Sozialen Dienste der Justiz, Berlin, 09.02.2026 (N. Bögelein und J. Meier)
  • Die unvermeidbare Ersatzfreiheitsstrafe - Warum manche Menschen nicht zu erreichen sind, Vortrag im KFN Kolloquium, Hannover, 07.10.2025 (N. Bögelein und J. Meier)

Projektteam

Finanzierung

Projektleitung

Laufende Projekte

MQPL: Soziales Klima im Justizvollzug

Im DFG- und SNF-geförderten Projekt "Worauf es im Gefängnis ankommt: Anstaltsklima und Resozialisierung im internationalen Vergleich" untersuchen wir mit der MQPL+-Methode drei Anstalten in Deutschland und der Schweiz.

Judging Terror

This research project engages with terrorism trials in Germany involving far-right and jihadist ideologies. We ask how the negotiation of ‘terrorism’ in the interactions and performances of engaged actors in the courtroom (micro level) interconnects with the (re)production of judicial knowledge of terrorism in the courtroom (meso level) and public knowledge on it in the media (macro level). Our object is to understand how micro-, meso- and macro-level social dynamics converge in trial proceedings to co-construct and co-produce ‘terrorism’, so that courtrooms function as social spaces where identity is negotiated and knowledge produced.

Gewalt und Suizid unter weiblichen und männlichen Jugendstrafgefangenen

Ziel des Projekts ist die Erforschung des Entstehungsprozesses von Gewalt und Suizid im Kontext des Jugendstrafvollzugs. Das zugrunde liegende Arbeitsmodell basiert auf einer Synthese verschiedener Theorien (u.a. Importations- und Deprivationstheorie). Dabei ist die Annahme leitend, dass ein Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren im Prozess der Anpassung des Gefangenen an das Gefängnis zur Entstehung von Gewalt bzw. Suizid führt.