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Festsetzung von Geldstrafen – Das Tagessatzsystem in rechtstatsächlicher Hinsicht

Calculating the fine: front-end legal practice

Das Institut für Kriminologie kooperiert mit dem Criminal Justice Policy Program der Harvard Law School, um zu erforschen, wie Gerichte und Staatsanwaltschaften bei der Verhängung von Geldstrafen und der damit verbundenen Festsetzung von Tagessätzen vorgehen. Dabei interessiert uns, welche Rolle die Zahlungsfähigkeit spielt, wie die Kommunikation mit den Angeklagten abläuft und wie Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte die Geldstrafe als Sanktionsinstrument wahrnehmen. Wir untersuchen zu diesem Zweck das Vorgehen in vier unterschiedlichen Bundesländern, die wir anhand der Häufigkeiten vollzogener Ersatzfreiheitsstrafen sowie der Straflänge auswählen. Dort führen wir im Verlauf des Projektes Interviews und Gruppendiskussionen mit Justizangehörigen.

Veröffentlichungen

Vorträge

  • "Two Choices Are More Than One. A Decision-Making Perspective on Day-Fines", presentation at the annual conference of the Empirical Research on Sentencing Group, Ljubljana (Zoom), September 2020 (Bögelein, N.)
  • "Professional Cultures in Penal Decision-Making: Judicial and prosecutorial ideas on sentencing", Cultures of Sentencing Conference of the European Working Group on Sentencing and Penal Decision-Making, Prague, May 2019 (Bögelein, N.)

Veröffentlichungen zu Geld- und Ersatzfreiheitsstrafen

  • Geldstrafe und Ersatzfreiheitsstrafe in Schweden - Ein Vergleich mit dem deutschen System. Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform 2022, Jg. 105, Heft 2, 102-112 https://doi.org/10.1515/mks-2021-0137 (Bögelein, N.; Wilde, F.; Holmgren, A.)

  • Eigentlich eine Geldstrafe – Daten zur Ersatzfreiheitsstrafe. In: L. Schäfer / K. Kupka (Hrsg.): Freiheit wagen – Alternativen zur Haft. Freiburg: Lambertus-Verlag, S. 81-93 (Bögelein, Nicole)

  • Und plötzlich ging alles ganz einfach. Die Ersatzfreiheitsstrafe in Zeiten von Corona. In: Informationsdienst Straffälligenhilfe, Jg. 29, Heft 1, S. 19-25 (Bögelein, Nicole)

  • Wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Verkürzung von Ersatzfreiheitsstrafen in der Justizvollzugsanstalt Köln. In: Forum Strafvollzug, 2, S. 39-44 (Bögelein, N./ Graaff, A./ Geisler, M.)

  • Ersetzt Freiheit Geld? Ein empirischer Blick auf die Ersatzfreiheitsstrafe. In: Meier, Bernd-Dieter/ Leimbach, Katharina: Gefängnisse im Blickpunkt der Kriminologie. Interdisziplinäre Beiträge zum Strafvollzug und der Wiedereingliederung. Wiesbaden: Springer. S. 127-139 (Bögelein, Nicole) doi.org/10.1007/978-3-662-62072-4_8

  • Geldstrafe und Ersatzfreiheitsstrafe - Zwei weit verbreitete Unbekannte. In: Richter ohne Robe (RohR), Bd. 32, Heft 3, S. 100-102 (Bögelein, Nicole)

  • Die Ersatzfreiheitsstrafe in Mecklenburg-Vorpommern - Eine Vollerhebung für die Jahre 2014 bis 2017 – Zugänge, Delikte, Gefangene. In: Forum Strafvollzug, H. 4, 2020, S. 279-283. (Bögelein, N./ Glaubitz, C./ Neumann, M./ Kamieth, J.)

  • Bestandsaufnahme der Ersatzfreiheitsstrafe in Mecklenburg-Vorpommern. In: Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform, 2019, Jg. 102, Heft 4, S. 282-296 (Open Access) (Bögelein, Nicole/ Glaubitz, Christoffer/ Neumann, Merten/ Kamieth, Josefine)

  • ‘Money Rules’: Exploring Offenders’ Perceptions of the Fine as Punishment. In: The British Journal of Criminology, 2018, Volume 58, Issue 4, S. 805–823 (https://doi.org/10.1093/bjc/azx044) (Bögelein, Nicole)

  • "Ich bin eine Geldstrafe" - Wie Inhaftierte eine Ersatzfreiheitsstrafe erleben. In: Forum Strafvollzug, 2018, Heft 1, S. 19-22 (Bögelein, Nicole)
  • Gemeinnützige Arbeit zur Vermeidung von Ersatzfreiheitsstrafen. In: Cornel, H./ Kawamura-Reindl, G./ Sonnen, B.R. (Hrsg.): Handbuch Resozialisierung. 2018. Baden-Baden: Nomos, S. 246-261 (Bögelein, Nicole/ Kawamura-Reindl, Gabriele)
  • Der Sinn von Strafe – Aushandlungsprozesse zwischen Rechtspflegern und Sozialarbeitern aus professionssoziologischer Sicht. In: Neubacher, F./ Bögelein, N. (Hrsg.): Krise – Kriminalität – Kriminologie. 2016. Mönchengladbach: Forum Verlag Godesberg, S. 527-537 (Bögelein, Nicole)
  • Deutungsmuster von Strafe - Eine strafsoziologische Untersuchung am Beispiel der Geldstrafe. 2016. Springer VS, Wiesbaden (Bögelein, Nicole)
  • Wie kann die Vermeidung von Ersatzfreiheitsstrafen gelingen? Zur Lebenssituation der Verurteilten und zur Zusammenarbeit staatlicher und nichtstaatlicher Organisationen. In: Bewährungshilfe, Soziales · Strafrecht · Kriminalpolitik (BewHi), 2014, Heft 3, S. 282-294 (Bögelein, Nicole/ Ernst, André/ Neubacher, Frank)
  • Vermeidung von Ersatzfreiheitsstrafen. Evaluierung justizieller Haftvermeidungsprojekte in Nordrhein-Westfalen. 2014. Baden-Baden: Nomos (Kölner Schriften zur Kriminologie und Kriminalpolitik. Band 17.) (Bögelein, Nicole / Ernst, André / Neubacher, Frank)
  • First Person Accounts of Criminal Justice Debt – When All Else Fails, Fining the Family. (http://www.communityalternatives.org/pdf/Criminal-Justice-Debt.pdf) (Nagrecha, Mitali/ Fainsod Katzenstein, Mary)

Projektteam

Abgeschlossene Projekte

Kollektivphänomene im digitalen Raum

Das Projekt untersucht am Beispiel des Kurznachrichtendienstes Twitter den Verlauf thematischer Wellen als kollektive Phänomene des digitalen Raums. Anhand der hierfür erhobenen Daten werden die Themen und Verläufe insbesondere solcher Wellen mit politischen und gesellschaftsrelevanten Inhalten sowie die Struktur der beteiligten Akteure analysiert. In einem zweiten Teil werden dann die sich hieraus ergebenden Konsequenzen für das Strafrecht thematisiert.

Radikalisierung im digitalen Zeitalter (RadigZ)

Das Projekt analysiert, inwieweit Internetpropaganda eine Radikalisierung in der realen (Offline-) Welt bedingt bzw. fördert. Dabei interessieren Radikalisierungsverläufe als Prozesse, die im Grundsatz reversibel sind und auch in Deradikalisierung münden können.

Illegale Drogenmärkte außer- und innerhalb von Justizvollzugsanstalten

In diesem Projekt geht es um illegale Drogenmärkte außer- und innerhalb von Justizvollzugsanstalten – mit dem Schwerpunkt auf Cannabishandel. Wie gelangen die Drogen zu den Gefangenen? Bedienen sie sich hierfür der Kontakte, die für sie auch in Freiheit maßgeblich waren? Und welche Akteure spielen sonst noch eine Rolle? Im Rahmen des qualitativen Projekts werden bundesweit Gefangene bzw. Personen mit Hafterfahrung sowie Expertinnen und Experten aus Justiz und Polizei interviewt.

Mädchen- und Frauenkriminalität im deutsch-griechischen Vergleich

Das Projekt „Mädchen- und Frauenkriminalität im deutsch-griechischen Vergleich“ widmete sich der Frage, wie sich der niedrige Anteil der Kriminalität von Mädchen und Frauen an der gesamten registrierten Kriminalität erklären lässt. Dabei interessierte uns insbesondere die bisher wenig erforschte Anzeigenbereitschaft gegenüber Frauen in Verbindung mit der Frage, ob das Geschlecht des Täters einen Einfluss auf die Beurteilung der Schwere der Tat hat.

Vermeidung von Ersatzfreiheitsstrafen

Das Land NRW hat zum 1. Januar 2011 die „Verordnung über die Tilgung uneinbringlicher Geldstrafen durch freie Arbeit und über die entsprechende Ermächtigung des Justizministeriums zum Erlass von Rechtsverordnungen“ in Kraft gesetzt und versucht, über ein einheitliches Verfahren und durch flankierende Maßnahmen die Verurteilte besser zur Ableistung gemeinnütziger Arbeit zu motivieren. Das Institut für Kriminologie der Universität zu Köln evaluierte von Juni 2011 bis Juni 2013 die neuen Maßnahmen.