Illegale Drogenmärkte außer- und innerhalb von Justizvollzugsanstalten
Informationen
In diesem Projekt geht es um illegale Drogenmärkte außer- und innerhalb von Justizvollzugsanstalten – mit dem Schwerpunkt auf Cannabishandel. Wie gelangen die Drogen zu den Gefangenen? Bedienen sie sich hierfür der Kontakte, die für sie auch in Freiheit maßgeblich waren? Und welche Akteure spielen sonst noch eine Rolle? Im Rahmen des qualitativen Projekts werden bundesweit Gefangene bzw. Personen mit Hafterfahrung sowie Expertinnen und Experten aus Justiz und Polizei interviewt.
Es handelt sich um ein Teilvorhaben im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojekt „Drogen und organisierte Kriminalität (DROK)“. Dieses erstreckt sich auch auf den internetbasierten Handel. Die Projektpartner sind im Einzelnen:
- Centre for Drug Research Frankfurt, Dr. Bernd Werse
- Institut für Suchtforschung Frankfurt, Prof. Dr. Heino Stöver
- Akademie der Polizei Hamburg, Prof. Dr. Rafael Behr
Der Verbund kooperiert binational mit einem österreichischen Verbund, dem unter anderem Vienna Centre for Societal Security, Wien, angehört (PD Dr. Reinhard Kreissl).
Die Projektlaufzeit war vom 01.11.2014 bis 31.12.2016.
Veröffentlichungen
- Drogenhandel – Typologie einer illegalen Ökonomie. In: Soziale Probleme, 29. Jahrgang, Heft 1, S. 15-43 (Bögelein, N./ Jana, M.) (Volltextzugriff)
- Handelserfahrene und Expert_innen über Konsum und Handel illegaler Drogen im Gefängnis - Ein empirischer Blick in den Haftalltag. In: rausch. Wiener Zeitschrift für Suchttherapie (2017), 6. Jahrgang, Heft 4, S. 236-246 (Meier, J./ Bögelein, N.)
- Handlungsempfehlungen für Drogenarbeit, Prävention und Drogenpolitik. In: Suchttherapie 18 (2017), Heft 3, S. 116–117 (Werse, B./ Egger, D./ Kamphausen, G./ Neubacher, F./ Meier, J./ Bögelein, N./ Stöver, H./ Graf, N./ Dichtl, A./ Behr, R./ Steckhan, S.) (Abstract)
- Handlungsempfehlungen des Forschungsverbundes „Drogen und Organisierte Kriminalität“ (DROK). In: NK Neue Kriminalpolitik, Jahrgang 29 (2017), Heft 2, S. 113-122 (Neubacher, F./ Meier, J./ Bögelein, N./ Werse, B./ Kamphausen, G./ Egger, D./ Stöver, H./ Graf, N./ Dichtl, A./ Behr, R./ Steckhan, S.)
- "Ist ja nur Cannabis"? - Expertinnen und Experten über den Cannabishandel inner- und außerhalb von Gefängnissen. In: Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform 99 (2016), Heft 4, S. 251-268 (Bögelein, N./ Meier, J./ Neubacher, F.) (Abstract)
- Illegale Drogenmärkte in Justizvollzugsanstalten – Erkenntnisse von Experten in Bezug auf Cannabis. In: Neubacher, F./Bögelein, N. (Hrsg.): Krise – Kriminalität – Kriminologie. Mönchengladbach: Forum Verlag Godesberg, S. 245-256 (Meier, J./ Bögelein, N.) (Volltextzugiff auf den Herausgeberband)
Projektteam
Prof. Dr. iur. Frank Neubacher M.A. (Direktor)
Tel.: 0221-470-4281
Fax: 0221-470-5147
f.neubacher@uni-koeln.de
Abgeschlossene Projekte
Ersatzfreiheitsstrafen bei schwer erreichbaren Personen vermeiden (EFS-SEP)
Im DFG- und SNF-geförderten Projekt "Worauf es im Gefängnis ankommt: Anstaltsklima und Resozialisierung im internationalen Vergleich" untersuchen wir mit der MQPL+-Methode drei Anstalten in Deutschland und der Schweiz.
Kollektivphänomene im digitalen Raum
Das Projekt untersucht am Beispiel des Kurznachrichtendienstes Twitter den Verlauf thematischer Wellen als kollektive Phänomene des digitalen Raums. Anhand der hierfür erhobenen Daten werden die Themen und Verläufe insbesondere solcher Wellen mit politischen und gesellschaftsrelevanten Inhalten sowie die Struktur der beteiligten Akteure analysiert. In einem zweiten Teil werden dann die sich hieraus ergebenden Konsequenzen für das Strafrecht thematisiert.
Kriminologie im Studium der Rechtswissenschaften – Stellenwert, Lernziele, Praxisbezug
Das Forschungsprojekt untersucht das Lehrgebiet Kriminologie im Studium der Rechtswissenschaften. Dabei werden die fachspezifischen Besonderheiten herausgearbeitet. Aus den Besonderheiten erwachsene Herausforderungen und Fragestellungen werden maßgeblich aus hochschuldidaktischer Sicht reflektiert und beantwortet.
Radikalisierung im digitalen Zeitalter (RadigZ)
Das Projekt analysiert, inwieweit Internetpropaganda eine Radikalisierung in der realen (Offline-) Welt bedingt bzw. fördert. Dabei interessieren Radikalisierungsverläufe als Prozesse, die im Grundsatz reversibel sind und auch in Deradikalisierung münden können.
Drogen im Strafvollzug – Konsum, Kultur, Kontrolle
Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit dem Thema „Drogen in Haft“ und damit verbundenen Folgen für den Alltag der Inhaftierten.
Illegale Drogenmärkte außer- und innerhalb von Justizvollzugsanstalten
In diesem Projekt geht es um illegale Drogenmärkte außer- und innerhalb von Justizvollzugsanstalten – mit dem Schwerpunkt auf Cannabishandel. Wie gelangen die Drogen zu den Gefangenen? Bedienen sie sich hierfür der Kontakte, die für sie auch in Freiheit maßgeblich waren? Und welche Akteure spielen sonst noch eine Rolle? Im Rahmen des qualitativen Projekts werden bundesweit Gefangene bzw. Personen mit Hafterfahrung sowie Expertinnen und Experten aus Justiz und Polizei interviewt.
Mädchen- und Frauenkriminalität im deutsch-griechischen Vergleich
Das Projekt „Mädchen- und Frauenkriminalität im deutsch-griechischen Vergleich“ widmete sich der Frage, wie sich der niedrige Anteil der Kriminalität von Mädchen und Frauen an der gesamten registrierten Kriminalität erklären lässt. Dabei interessierte uns insbesondere die bisher wenig erforschte Anzeigenbereitschaft gegenüber Frauen in Verbindung mit der Frage, ob das Geschlecht des Täters einen Einfluss auf die Beurteilung der Schwere der Tat hat.
Vermeidung von Ersatzfreiheitsstrafen
Das Land NRW hat zum 1. Januar 2011 die „Verordnung über die Tilgung uneinbringlicher Geldstrafen durch freie Arbeit und über die entsprechende Ermächtigung des Justizministeriums zum Erlass von Rechtsverordnungen“ in Kraft gesetzt und versucht, über ein einheitliches Verfahren und durch flankierende Maßnahmen die Verurteilte besser zur Ableistung gemeinnütziger Arbeit zu motivieren. Das Institut für Kriminologie der Universität zu Köln evaluierte von Juni 2011 bis Juni 2013 die neuen Maßnahmen.